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Immerhin klopfte ich zu diesem Zeitpunkt bereits mit echten drumsticks;
die Flöten gingen allmählich doch ziemlich ins Geld... An diesem denkwürdigen
Tag stand endlich fest, dass ein Schlagzeug hermusste, und vor allem jemand,
der mir Koordination ins Getrommel zu vermitteln vermochte. Einen 8-tel
Beat brachte mir kurz zuvor mein Freund und Nachbar Werner Gundlach bei;
wir trommelten ein paarmal auf einem kircheneigenen Drumset.
Mit 14 und nach einem Jahr klassischem Schlagzeug-Einzelunterricht (so
richtig mit Noten und so ;-)) bei Rock Piepers Drummer Rolf Mattern und
dem Kauf eines ersten Sets war es vorbei mit den ruhigen Zeiten - zumindest
für die Nachbarn. Schnell kamen auch andere Klassenkameraden darauf, dass
man mit einer Gitarre, 'ner handvoll Riffs und einem Tonbandgerät als
Verstärker beachtlich Krach machen konnte. Vor allem, wenn der eingebaute
Verstärker des Tonbandes derart übersteuert wurde, dass er zerrte wie
ein echter Fender Röhrenamp. Naja, zumindest dachten wir dies damals...
. Die erste Band war gegründet! Damals, noch ohne Namen, aber dann, 1983
die erste offizielle Formation:
"PHASE 4". Besetzung: Christian Keller (Gitarre), Jochen Stäblein
(Gitarre), Gerhard Bork (Bass + Synthesizer). Wir probten täglich bei
Christian im Hause und haben uns wirklich alle Mühe gegeben, alle im Haus
zu nerven.
Danach folgte eine Formation namens "Antibelag" mit Alex Raißle
am Mikro, die allerdings nur 2 Monate lang hielt. Immerhin hatten wir
einen Gig auf einer Schulfete in einem der Klassenzimmer im Gymnasium
Neureut.
So richtig interessant wurde es dann im ereignisreichen Jahr 1984 mit
der Gründung von "Absence". Ein neuer Gitarrist (Dirk Zimmermann)
sorgte musikalisch für frischen Wind und wir inszenierten im Mai 1984
zusammen mit der Gruppe "Pied Piper" als Vorguppe im Anne Frank
Zentrum in Karlsruhe ein für unsere Verhältnisse riesigen Gig.
Mittlerweile stieg Kurt Knobloch in die Band als Sänger und Textschreiber
ein und wir hatten auf dem Liedolsheimer Open Air auf der Kartbahn unseren
bislang miesesten Auftritt, nicht zuletzt wegen einer völlig grippalen
Combo. Vor lauter Frust löste sich die ganze Band auf, aber um nicht ganz
musiklos durchs Leben zu laufen, spielten Bernd Menzel (keys) , Gerhard
Bork (keys) und ich in einer kurzlebigen Formation "Mainstream"
sphärischen Synthie Pop (gibt's so was?) und Discoähnliches im Stil der
80er. Nunja, es waren ja schliesslich die Achtziger. Mit dieser Combo
spielten wir auf einem Schulball in der Schwarzwaldhalle und irgendwann
später in einer Provinzdisco , tief in der Pampa, ganz weit hinter "Brusel".
1992 wurde "Class Six" gegründet Besetzung: Jochen Schirrmacher
und Beate Fengler (Vocals), Eric Windmeier (Guitar), Gerhard Bork (Bass),
Bernd Menzel (Keys) und Rusty (drums). Die Musik wurde allmählich etwas
härter, nicht zuletzt aufgrund des Einflusses von Jochen, unseres damaligen
neuen Sängers. Wir hatten ein paar gute Auftritte im KA-Jubez und im Irish
Pub in Karlsruhe Hagsfeld, wo wir stolz als Vorguppe der irischen Rockband
IQ spielen durften.
Nach der Auflösung der Gruppe 1996 aufgrund von Meinungsverschiedenheiten
und beruflicher Hintergründe folgte - zumindest bei mir - eine musikalische
Pause von 4 Jahren. Ich verkaufte damals mein gesamtes Set (uuuaahh was
für ein Fehler) und erfüllte mir einen langersehnten Traum: ich kaufte
mir von der Kohle meines verkauften Drumsets einen US-V8-Pickup.
Erst seit Holger mich an jenem denkwürdigen Sonntagnachmittag im Jahr
2000 anrief und mich fragte, ob ich nicht einmal wieder Lust hätte, eine
Session zu machen, Bernd sei auch dabei und noch zwei Jungs, die Bock
auf ne Session hätten. Wir machten einen Termin aus und seit dem grooven
wir mehr oder weniger regelmäßig Samstags mittags, und ich sage Euch,
uns macht es einen Höllenspaß....
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